Einfach das Nötigste aufs Fahrrad packen, losfahren und neue Orte entdecken – genau das macht den Reiz des Bikepackings aus!
Egal, ob du eine mehrtägige Tour durch die Berge planst oder am Wochenende spontan dem Alltag entfliehen möchtest, oder du sogar eine lange Abenteuerliche Reise planst – Mit der richtigen Vorbereitung wird Bikepacking zu einem unvergesslichen Erlebnis!
Doch welches Fahrrad eignet sich am besten? Welche Ausrüstung brauchst du wirklich und wie verstaust du dein Gepäck sinnvoll am Rad?
In diesem Artikel von Fafit24 erfährst du alles, was du für den Einstieg ins Bikepacking wissen musst!
- Was ist Bikepacking?
- Bikepacking-Packliste: Diese Ausrüstung darf nicht fehlen
2.1 Bikepacking-Checkliste - Welches Fahrrad eignet sich für das Bikepacking?
- Wie belädt man sein Bike am besten?
- Bikepacking-Tour planen: Die besten Tipps für Anfänger

1. Was ist Bikepacking? Eine neue Art des Radreisens?

Die Wurzeln des Bikepackings liegen in Nordamerika.
Dort entstanden vor einigen Jahren anspruchsvolle Mountainbike-Langstreckenrennen, sogenannte „Self-Supported Races“, die über mehrere Tage und durch abgelegene Regionen führten. Um auf den langen und oft technisch schwierigen Strecken möglichst schnell und beweglich zu bleiben, verzichteten die Fahrer auf schwere Gepäckträger und große Fahrradtaschen. Stattdessen befestigten sie ihre Ausrüstung direkt am Rahmen, Lenker und unter dem Sattel.
So entstand eine neue Art des Radreisens:
leicht, flexibel und unabhängig!
Heute steht Bikepacking längst nicht mehr nur für Extremsport. Immer mehr Radfahrer entdecken die Freiheit, mit wenig Gepäck und viel Abenteuerlust mehrere Tage auf dem Fahrrad unterwegs zu sein. Ob Wochenendtour, Radreise oder Übernachtung in der Natur – Bikepacking verbindet sportliches Radfahren mit dem Gefühl grenzenloser Freiheit.

2. Bikepacking-Packliste: Diese Ausrüstung darf nicht fehlen
Neben der normalen Standard-Ausrüstung für Fahrrad-Fahrer, bedarf es beim Bikepacking noch ein bisschen mehr.
Im nebenstehenden Link findest du einen Artikel von uns über das absolute Basic-Fahrradzubehör, das jeder zu Hause haben sollte!
Beim Bikepacking gilt die Regel: So viel wie nötig, so wenig wie möglich!
Jedes zusätzliche Kilogramm macht sich auf langen Anstiegen und unbefestigten Wegen bemerkbar. Deshalb solltest du deine Ausrüstung sorgfältig auswählen und nur das einpacken, was du wirklich benötigst!

1: Bikepacking-Taschen – Die Basis deines Abenteuers!
Zur Grundausstattung gehören vor allem die passenden Fahrradtaschen!
Die Wahl der richtigen Taschen ist beim Bikepacking besonders wichtig. Statt klassischer Gepäckträgertaschen kommen spezielle Bikepacking-Taschen für Lenker, Rahmen und Sattelstütze zum Einsatz.
So kannst du sichergehen, dass
- Kleidung
- Verpflegung
- Ausrüstung
- Werkzeug
- Und falls du eine Übernachtung in der Natur planst, muss auch Zelt oder Biwaksack, Schlafsack und eine Isomatte verstaut werden.
2: Fahrrad-Werkzeug für Unterwegs!
Ein Multitool und Flickzeug gehören auf jeder Bikepacking-Tour zur Grundausstattung. Früher oder später erwischt es jeden Radfahrer einmal mit einer Panne – und dann bist du froh, das richtige Werkzeug dabeizuhaben
Ein gutes Multitool vereint die wichtigsten Werkzeuge in einem kompakten Format.
Inbus- und Torx-Schlüssel, Schraubendreher und oft sogar ein Kettennieter helfen dir dabei, kleinere Defekte unterwegs selbst zu beheben und die Tour fortzusetzen.
Ebenso wichtig ist das passende Flickzeug. Ob du ein klassisches Reparaturset für Schläuche oder spezielle Tubeless-Plugs benötigst, hängt davon ab, mit welchem Reifensystem du unterwegs bist.
Mit Schlauch: klassisches Flickzeug + Reifenheber
Tubeless: Plug-Kit (Dichtstopfen)
Zusätzlich solltest du immer einen Ersatzschlauch und eine kleine Luftpumpe oder CO₂-Kartusche dabeihaben. So bist du auch bei einem Platten bestens vorbereitet und musst deine Tour nicht vorzeitig beenden.
3: Navigation – GPS-Gerät oder Handy!
Gerade auf mehrtägigen Bikepacking-Touren sind ein GPS-Gerät oder eine Smartphone-Halterung besonders praktisch. Sie erleichtern die Navigation, zeigen dir deine geplante Route an und helfen dabei, auch abseits bekannter Wege den Überblick zu behalten.
Alternativ ist eine Fahrradtasche mit Handyfach besonders praktisch! Dein Handy bleibt jederzeit griffbereit und im Sichtfeld, sodass du es bequem als Navigationsgerät nutzen kannst. Gleichzeitig ist das Smartphone sicher verstaut und vor Spritzwasser und Schmutz geschützt.
4: Bikepacking-Ausrüstung speziell für DEIN Abenteuer und die Gegebenheiten
Neben der Standard-Ausrüstung, musst du dich je nach Vorhaben auch unterschiedliche Ausrüstung mitnehmen.
Vor der Reise solltest du dir folgende Fragen stellen um passend zu packen:
- Wo schlafe ich?
Wenn du im Zelt schläfst braucht zu dafür passende Campingausrüstung - Wie wird das Wetter?
Regen, Sonne oder Wechselhafte Bedingungen erfordern unterschiedliche Bekleidung - Wo werde ich Essen, oder nimm ich Verpflegung selber mit?
- Habe ich Strom oder die Möglichkeit zu laden?
Oft unterschätz ist die Möglichkeit seine elektronischen Geräte zu laden! Wenn du nur mit Handy oder ähnlichen Unterwegs bist und damit Navigierst, musst du früher oder später einmal aufladen - Gibt es sonstige wichtige Besonderheiten?

2.1 Bikepacking-Checkliste
Einfach abhaken und nichts vergessen.
Fahrradausrüstung
☐ Fahrrad in technisch einwandfreiem Zustand☐ Bikepacking-Taschen (Lenker-, Rahmen- und Satteltasche)
☐ Fahrradschloss
☐ Trinkflaschen oder Trinkblase
☐ Fahrradbeleuchtung
Werkzeug & Pannenhilfe
☐ Multitool☐ Luftpumpe oder CO₂-Kartusche
☐ Ersatzschlauch
☐ Flickzeug oder Tubeless-Reparaturset
☐ Reifenheber
☐ Kabelbinder und Gewebeband
Schlafen & Camping
☐ Zelt, Tarp oder Biwaksack☐ Schlafsack
☐ Isomatte
Kleidung
☐ Fahrradbekleidung☐ Wechselkleidung
☐ Regenjacke
☐ Warme Jacke oder Fleece
☐ Zusätzliche Socken und Unterwäsche
☐ Mütze oder Buff
☐ Fahrradhandschuhe
Verpflegung
☐ Wasser und Getränke☐ Energieriegel oder Snacks
☐ Frühstück und Mahlzeiten für unterwegs
☐ Campingkocher und Geschirr
Navigation & Elektronik
☐ Smartphone☐ GPS-Gerät (optional)
☐ Smartphone-Halterung
☐ Powerbank
☐ Ladekabel
☐ Stirnlampe oder Taschenlampe
☐ Papierkarte der Region
Sicherheit & Gesundheit
☐ Erste-Hilfe-Set☐ Sonnencreme
☐ Insektenschutz
☐ Persönliche Medikamente
Dokumente & Sonstiges
☐ Personalausweis☐ EC- oder Kreditkarte
☐ Bargeld
☐ Krankenversicherungskarte
3. Welches Fahrrad eignet sich für das Bikepacking?
Grundsätzlich kannst du mit fast jedem Fahrrad eine Bikepacking-Tour unternehmen. Entscheidend ist weniger der Fahrradtyp als vielmehr, dass das Rad zuverlässig funktioniert und genügend Befestigungsmöglichkeiten für Taschen bietet.
Rennrad – Perfekt für asphaltierte Abenteuer!

Auch wenn viele beim Thema Bikepacking zuerst an Gravel- oder Mountainbikes denken, kann ein Rennrad für bestimmte Touren eine ausgezeichnete Wahl sein. Verläuft deine Route überwiegend auf asphaltierten Straßen oder gut ausgebauten Radwegen, profitierst du von der hohen Effizienz und Geschwindigkeit eines Rennrads.
Besonders Endurance-Rennräder eignen sich für längere Bikepacking-Abenteuer. Im Vergleich zu klassischen Race-Bikes bieten sie eine komfortablere Sitzposition und ermöglichen häufig die Montage breiterer Reifen.
Gravelbike – Der Bikepacking Klassiker!

Wenn es ein Fahrrad gibt, das wie gemacht für Bikepacking ist, dann das Gravelbike. Dank der breiteren Reifen fährst du nicht nur auf Asphalt komfortabel, sondern meisterst auch Schotterwege, Waldpfade und Feldwege problemlos. Viele Gravelbikes sind bereits bikepacking-ready und verfügen über zahlreiche Befestigungspunkte für Rahmen-, Lenker- und Satteltaschen.
Hardtail-Mountainbike – Perfekter Allrounder zwischen Gelände und Schotter

Ein Hardtail-Mountainbike ist die ideale Wahl, wenn deine Bikepacking-Touren überwiegend über Schotterwege, Waldpfade oder leichte Trails führen. Die Federgabel gleicht Unebenheiten zuverlässig aus und sorgt auch auf längeren Geländetouren für deutlich mehr Komfort und Kontrolle als ein Gravelbike. Allerdings fehlt der Vortrieb auf langen Asphaltstrecken!
Fully-Mountainbike – Oft bei Alpinen Bikepacking Touren genutzt

Ein Fully-Mountainbike bietet auf anspruchsvollen Trails und im alpinen Gelände den höchsten Fahrkomfort. Allerdings ist durch die zusätzliche Federung der Platz im Rahmendreieck begrenzt. Rahmentaschen lassen sich oft nur schwer montieren, und auch Satteltaschen können die Federung behindern. Zudem ist ein Fully aufgrund der vielen beweglichen Teile anfälliger für Defekte.
4. Wie belädt man sein Bike am besten?
Die richtige Gewichtsverteilung ist beim Bikepacking mindestens genauso wichtig wie die Wahl des Fahrrads. Wird das Gepäck sinnvoll auf verschiedene Taschen verteilt, bleibt dein Fahrrad auch mit voller Beladung stabil, wendig und angenehm zu fahren.
Satteltasche
Die Satteltasche gehört zur Standardausrüstung beim Bikepacking.
Hier verstaust du am besten leichte, aber voluminöse Gegenstände wie Kleidung, Schlafsack oder eine Isolationsjacke.
Zu viel Gewicht solltest du hier vermeiden, da eine überladene Satteltasche ins Schwingen geraten kann.
Rahmentasche
Die Rahmentasche ist der ideale Platz für schwere Ausrüstung. Werkzeug, Gaskocher oder Verpflegung sind hier bestens aufgehoben.
Durch die Position im Rahmendreieck bleibt der Schwerpunkt niedrig und das Fahrverhalten wird kaum beeinflusst.
Lenkertasche
In der Lenkertasche finden sperrige, aber leichte Gegenstände ihren Platz. Der große Vorteil der Position am Lenker: Du hast viele Dinge schnell griffbereit! Ideal platziert sind hier Kartenmaterial oder das Erste-Hilfe-Set. Achte darauf, die Tasche nicht zu schwer zu beladen, damit das Lenkverhalten angenehm bleibt.
Oberrohrtasche
Die Oberrohrtasche eignet sich perfekt für Dinge, die du während der Fahrt schnell erreichen möchtest. Energieriegel, Smartphone, Geldbörse, Schlüssel oder ein kleines Multitool sind hier jederzeit griffbereit, ohne dass du anhalten musst.
5. Bikepacking-Tour planen: Die besten Tipps für Anfänger
Das Schöne am Bikepacking ist seine Freiheit – du kannst einfach aufs Rad steigen und losfahren.
ABER: Gerade als Einsteiger solltest du deine erste Tour nicht zu ambitioniert angehen. Starte am besten mit einer kurzen Zwei- oder Wochenendtour, um dich in Ruhe an dein Fahrrad, die Beladung und deine Ausrüstung zu gewöhnen.

Die richtige Route wählen
Wähle eine Strecke, die zu deinem Fitnesslevel und deinem Fahrrad passt. Steigere dich Schritt für Schritt!
Gut ausgebaute Radwege und bekannte Fernradwege eignen sich besonders für Einsteiger. Die Navigation ist unkompliziert und Einkaufsmöglichkeiten, Unterkünfte oder Werkstätten sind meist nicht weit entfernt. Plane außerdem genügend Pausen ein und berücksichtige Höhenmeter – 70 Kilometer bergauf und bergab können deutlich anstrengender sein als 100 Kilometer ohne Anstieg.

Verpflegung und Wasser
Informiere dich vor der Tour über Einkaufsmöglichkeiten und Trinkwasserstellen entlang der Strecke. Besonders in abgelegenen Regionen solltest du ausreichend Wasser und Verpflegung mitführen, um Engpässe zu vermeiden.
Ergänze dein Bike um einen oder zwei Trinkflaschenhalter. So hast du dein Getränk jederzeit griffbereit und bleibst auch auf langen Touren ausreichend mit Flüssigkeit versorgt.

Wetter im Blick behalten
Für die erste Bikepacking-Tour sind trockene und warme Bedingungen ideal. Regen, Kälte oder starker Wind machen das Fahren deutlich anstrengender und stellen höhere Anforderungen an Ausrüstung und Fahrtechnik. Das erfordert Erfahrung!
Hast du diese bereits? Dann kontrolliere vor der Abfahrt immer die Wettervorhersage und packe deine Ausrüstung entsprechend. Eine leichte Regenjacke und warme Kleidung nehmen nur wenig Platz ein, können bei einem Wetterumschwung aber den entscheidenden Unterschied machen.

Navigation vorbereiten
Lade deine Route bereits vor der Tour auf dein GPS-Gerät oder Smartphone herunter. Offline-Karten sind besonders praktisch, wenn unterwegs kein Mobilfunkempfang vorhanden ist. Trotzdem solltest du IMMER eine Papierlandkarte der jeweiligen Region mit dir führen, diese lässt dich nie im Stich!
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