Unsicher bei der Reifenauswahl?
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Der Fahrradreifen ist die direkte Verbindung zwischen Fahrrad und Straße. Deshalb hat die Wahl des richtigen Reifens einen größeren Einfluss auf Fahrkomfort, Grip und Sicherheit, als viele Radfahrer vermuten. Mit dem passenden Reifen fährst du nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer und effizienter.
Zugegeben: So entscheidend wie in der Formel 1 ist die Reifenwahl im Freizeitbereich natürlich nicht. Dennoch gibt es spürbare Unterschiede zwischen den verschiedenen Fahrradreifentypen.
Der Artikel im Überblick:
1. Welche Fahrradreifen gibt es?
1.1 Mountainbike-Reifen
1.2 Crossbike-Reifen / Trekkingbike-Reifen
1.3 Citybike-Reifen
1.4 Rennrad-Reifen
1.5 Gravel-Reifen
1.6 Spike-Reifen
2. Zusammenfassung
3. Warum sind richtige Fahrradreifen so wichtig?
4. Fahrradreifen wechseln
5. Fehler bei der Reifenauswahl

1. Welche Fahrradreifen gibt es?
Wir unterscheiden zwischen 6 Arten von Fahrradreifen, die wir dir hier gerne erklären.
1.1 Mountainbike-Reifen
Der Mountainbike oder MTB-Reifen ist weit verbreitet. Typisch sind seine breite Bauweise und das ausgeprägte Stollenprofil, das für eine optimale Traktion auf unbefestigten und losen Untergründen sorgt. Durch die breite Auflagefläche und das grobe Profil bietet der MTB-Reifen hervorragenden Halt auf Waldböden, Schotterwegen, Wurzeln und weichen Böden.

Auf Asphalt ist der Mountainbike-Reifen dagegen weniger geeignet. Durch das grobe Stollenprofil entsteht ein höherer Rollwiderstand, wodurch mehr Kraft aufgewendet werden muss. Zudem wird meist mit geringerem Luftdruck gefahren, was zwar den Grip im Gelände verbessert, auf der Straße jedoch die Laufeffizienz verringert. Das Ergebnis: Du kommst langsamer voran und verbrauchst mehr Energie als mit einem Straßen- oder Trekkingreifen.
Viele Freizeitradler unterschätzen diesen Punkt. Häufig hören wir Aussagen wie: „Mir ist die Optik wichtig und Mountainbikes sehen einfach gut aus.“
Das ist durchaus nachvollziehbar. Trotzdem solltest du bei der Fahrradwahl nicht nur auf das Aussehen achten, sondern vor allem auf den Einsatzzweck. Frag dich: Wo bin ich überwiegend unterwegs?
Fährst du hauptsächlich auf Straßen, Radwegen und befestigten Wegen, ist ein Mountainbike mit groben MTB-Reifen oft nicht die beste Wahl. In diesem Fall bist du mit einem Crossbike oder Trekkingrad deutlich effizienter unterwegs !
1.2 Crossbike-Reifen / Trekkingbike-Reifen

Diese Reifenart ist besonders beliebt bei Freizeitradlern und Alltagsfahrern, die ihr Fahrrad für Ausflüge oder den täglichen Weg zur Arbeit nutzen. Der Reifen ist schmaler als ein Mountainbike-Reifen und verfügt über ein eher glatteres Profil. Dadurch ist er ideal für den Einsatz auf Asphalt und befestigten Wegen.
Dank des geringen Rollwiderstands rollt der Reifen leicht und effizient. Viele Modelle besitzen seitlich ein etwas gröberes Profil oder kleine Stollen, die für zusätzlichen Halt in Kurven sorgen. Auch auf Feldwegen oder Schotter bietet der Reifen ausreichend Grip.
Ein großer Unterschied zwischen Crossbike– und Trekkingbike-Reifen ist nicht erkennbar. Beide Reifenarten sind für den vielseitigen Einsatz auf Straße, Radweg und leichten Naturwegen ausgelegt.
1.3 Citybike-Reifen
Der Citybike–Reifen ist ähnlich schmal wie ein Crossbike- oder Trekkingreifen. Sein Profil ist jedoch noch glatter und besitzt kaum seitliche Stollen. Dadurch rollt er auf Asphalt besonders leicht und effizient.
Für den Einsatz in der Stadt und auf befestigten Wegen ist er ideal geeignet. Auf Schotter, Feldwegen oder anderen unbefestigten Untergründen bietet er jedoch weniger Grip als Crossbike- oder Trekkingreifen.

1.4 Rennrad-Reifen

Der Rennradreifen geht noch einen Schritt weiter: Er ist schmaler und glatter als alle anderen Fahrradreifen. Dadurch bietet er auf Asphalt einen besonders geringen Rollwiderstand und ermöglicht hohe Geschwindigkeiten bei geringem Kraftaufwand.Die schmale Auflagefläche und das nahezu profillose Design sorgen für optimale Rolleigenschaften auf befestigten Straßen.
1.5 Gravel-Reifen
Der Gravel-Reifen schließt die Lücke – von asphaltierten Straßen mit gelegentlichen Schotterpassagen bis hin zu anspruchsvollen Touren auf Waldwegen und Trails.
Im Vergleich zum Rennradreifen ist er breiter und verfügt über ein stärker ausgeprägtes Profil. Dadurch bietet er mehr Komfort, Grip und Pannenschutz auf unbefestigten Wegen. Gleichzeitig rollt er deutlich leichter und schneller als ein klassischer Mountainbike-Reifen.
Je nach Einsatzgebiet gibt es Gravel-Reifen mit glattem Profil für hohe Geschwindigkeiten auf Asphalt oder mit gröberen Stollen für mehr Traktion auf Schotter und Waldwegen.
1.6 Spike-Reifen

Der Spike-Reifen ist der Exot unter den Fahrradreifen und ein Winterreifen.
Ja – bei Fahrrädern gibt es auch Winterreifen.
Dabei handelt es sich um einen grobstolligen Reifen mit eingearbeiteten Spikes – kleinen Metallstiften, die aus dem Profil herausragen. Diese krallen sich auf Eis und festgefahrenem Schnee in den Untergrund und sorgen für deutlich mehr Halt und Sicherheit bei winterlichen Bedingungen.
ABER: Fahrradreifen mit Spikes sind im Straßenverkehr nicht erlaubt!
2. Zusammenfassung
Die Wahl des richtigen Fahrradreifens hängt vor allem davon ab, wo du unterwegs bist.
Liegt dein Einsatzbereich zwischen Straße und Gelände bist du mit einem Crossbike- oder Trekkingreifen gut beraten. Für sportliche Fahrer, kann auch ein Gravel-Reifen die ideale Lösung sein. Fährst du ausschließlich auf Asphalt, ist der Rennradreifen die erste Wahl. Wer dagegen regelmäßig im Wald, auf Schotterpisten oder anderen unbefestigten Wegen unterwegs ist, sollte einen Mountainbike-Reifen wählen.
3. Warum sind richtige Fahrradreifen so wichtig?
Du siehst: Es gibt viele verschiedene Fahrradreifen – und jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen.
Der Fahrradreifen stellt die Verbindung zwischen dir, deinem Fahrrad und dem Untergrund her. Das lässt sich gut mit Schuhen vergleichen: Auch dort wählst du je nach Einsatzgebiet das passende Modell. Mit Wanderschuhen gehst du in die Berge, mit Laufschuhen joggst du und mit Alltagsschuhen gehst du zur Arbeit.
Genauso solltest du auch den passenden Fahrradreifen auswählen. Die Wahl hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:
- Untergrund
- Einsatzbereich
- Sicherheit
4. Fahrradreifen wechseln
Grundsätzlich ist das Wechseln zwischen den Fahrradreifen-Typen möglich. Du solltest dabei nur auf den gleichen Durchmesser und die gleiche Breite achten. Ein Rennradreifen mit 28 Zoll Größe wird nicht auf ein MTB passen, auf ein Crossbike in der Regel aber schon. Möchtest du dein Mountainbike mit leicht rollenden Crossbike Reifen umrüsten, muss ich dich leider entäuschen. Aufgrund des Reifendurchmessers (Mountainbike 27,5 oder 29 Zoll und Crossbike 28 Zoll) klappt das nicht. Eine Möglichkeit besteht aber, indem du nicht nur den Reifen, sondern auch das Laufrad, also Fahrradfelge mit Fahrradnabe, mit austauschst.
Wie du einen Fahrradreifen bei einem Platten, zum Reifenwechsel oder für den Umbau deines Fahrrads selbst wechselst, erklärt dir unser Fahrrad-Experte Willi im folgenden Video:
5. Fehler bei der Reifenauswahl
1. Grobstollige Mountainbike Reifen für den Straßenfahrer
Radelst du zum Großteil auf der Straße und wenig im Wald empfehlen wir dir schmalere Reifen, die darüber hinaus nicht so sehr profiliert sind. Du wirst damit viel einfacher, energiesparender und bequemer ans Ziel kommen. Wenn du bereits ein Mountainbike hast, schau daher nach einem feineren Profil am Reifen.
Bist du noch in der Entscheidungsphase, welches Fahrrad das perfekte ist, lies unseren Blog-Artikel „Buy your Bike: Checkliste – So findest du das passende Fahrrad für dich“ und überlege dir, ob ein Crossbike nicht besser wäre 🙂
2. Fahrradreifen nicht wechseln
Beim Auto wird der Reifen alle 3-4 Jahre gewechselt, wenn die Verschleißgrenze erreicht ist und der nächste TÜV anfällt. Und beim Fahrrad?
Auch der Fahrradreifen soll regelmäßig gewechselt werden. Der Gummi fährt sich mit der Zeit ab oder er wird porös. Auch die Profilierung wird schlechter und damit nimmt auch die Sicherheit ab. Die Pannengefahr wird darüber hinaus auch größer.
Beim Fahrrad gibt es zwar keinen TÜV und die Reifen werden auch nicht geprüft, jedoch solltest du schon darauf achten, dass die Reifen in einem guten Zustand sind.
3. Zu wenig Luft im Reifen
Das Fahrrad wird gekauft, gefahren, gefahren und gefahren. Die Reifen aufpumpen? – Nö
Dieses Verhalten kennen wir nur zu gut. Man denkt nicht dran, vergisst es oder hat keine Pumpe zu Hause. Dabei gibt es eine gute Fahrradpumpe bei uns schon ab rund 5 Euro.
Fährst du mit zu wenig Luftdruck in den Reifen, rollst du durch den Widerstand und die breite Auflagefläche der Reifen sehr träge und schwer.
Tipp: An der Seite des Fahrradreifens steht, welcher Luftdruck optimal ist!
Beim Trekkingbike empfehlen wir 3-4 bar, hier ist das Rollverhalten sehr gut, während noch gute Federeigenschaften vorhanden sind.









