Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und irgendwann steht das Fahrrad nur noch in der Garage oder im Keller. Gerade wenn du dein Fahrrad oder E-Bike über die kalte Jahreszeit nicht nutzen möchtest, solltest du es nicht einfach abstellen und bis zum Frühjahr warten.
Denn Schmutz, Feuchtigkeit und Frost können dem Fahrrad zusetzen. Beim E-Bike kommt außerdem der Akku hinzu, der ebenfalls richtig gelagert werden möchte. Mit ein paar einfachen Handgriffen kannst du dein Fahrrad oder E-Bike gut auf die Winterpause vorbereiten und vermeidest unnötigen Verschleiß.
Doch worauf kommt es beim Einwintern eigentlich an? Fafit24 zeigt dir, wie du Fahrrad und E-Bike richtig winterfest machst!
Artikel im Überblick
1. Radpflege vor der Einlagerung
2. Wo solltest du dein Fahrrad überwintern?
3. Worauf du beim Einlagern achten solltest
4. So machst du deine Bremsen winterfest
5. Wenn es sich um ein E-Bike handelt…
1. Radpflege vor der Einlagerung
Bevor dein Fahrrad oder E-Bike für einige Monate in den Keller oder die Garage wandert, solltest du ihm noch einmal etwas Aufmerksamkeit schenken. Eine gründliche Reinigung ist dabei mehr als nur eine Frage der Optik: Schmutz, Streusalz und Feuchtigkeit können Korrosion begünstigen und den Verschleiß an verschiedenen Bauteilen beschleunigen.
Gerade wenn du dein Fahrrad im Herbst noch regelmäßig gefahren hast, haben sich wahrscheinlich einige Rückstände angesammelt. Deshalb lohnt es sich, vor der Winterpause einmal gründlich sauber zu machen.
1.1 So reinigst du dein Fahrrad oder E-Bike
Für die Reinigung brauchst du gar nicht viel:
- warmes Wasser
- etwas Spülmittel oder Fahrradreiniger
- einen Schwamm
- ein weiches Tuch
- bei Bedarf eine weiche Bürste für schwer erreichbare Stellen
Gehe damit zunächst über den Rahmen, Lenker, Gabel und die Laufräder. Auch Schmutz und Rückstände an Antrieb und Schaltung solltest du möglichst gründlich entfernen.
Besonders wichtig: Lass dein Fahrrad nach der Reinigung nicht einfach nass stehen. Trockne es anschließend mit einem weichen Tuch ab und lass es gegebenenfalls noch etwas an der Luft trocknen.
Finger weg vom Hochdruckreiniger!
So verlockend es auch sein mag: Ein Fahrrad gehört nicht unter den Hochdruckreiniger.
Der starke Wasserstrahl kann Wasser und Schmutz in Lager, Dichtungen und andere empfindliche Bereiche drücken. Auch Lack und empfindliche Bauteile können Schaden nehmen.
Was gilt bei einem E-Bike?
Auch dein E-Bike darf natürlich nass werden. Schließlich muss es im Alltag auch mit Regen zurechtkommen. Bei der Reinigung solltest du trotzdem etwas vorsichtiger vorgehen.
Display, Akku, Ladekontakte und andere elektrische Kontaktstellen solltest du nicht unnötig mit Wasser durchnässen. Hier reicht in der Regel ein leicht feuchtes Tuch.
1.2 Kette, Ritzel und Kettenblätter pflegen
Ist dein Fahrrad sauber und trocken, kannst du dich noch um den Antrieb kümmern. Gerade vor einer längeren Standzeit lohnt es sich, die Kette noch einmal zu ölen.
Dafür kannst du geeignetes Kettenöl verwenden. Gib das Öl sparsam auf die einzelnen Kettenglieder und drehe dabei die Kurbel, sodass die komplette Kette behandelt wird.
Auch die beweglichen Bereiche des Antriebs können bei Bedarf gepflegt werden. Wichtig ist allerdings, dass kein Öl auf Bremsscheiben, Bremsbeläge oder die Bremsflanken der Felgen gelangt.
Weniger ist hier mehr: Eine komplett tropfende Kette ist nicht besser gepflegt. Im Gegenteil – an zu viel Öl bleibt später nur unnötig Staub und Schmutz hängen.
Lies hierzu gerne unseren ausführlichen Artikel:
1.3 Luftdruck des Rades checken
Bevor du dein Fahrrad einwinterst, solltest du noch einmal den Reifenluftdruck prüfen und die Reifen gegebenenfalls aufpumpen. Steht dein Fahrrad über längere Zeit mit zu wenig Luft, können Reifen und Schläuche Schaden nehmen. Beachte den korrekten Reifenluftdruck, denn auch mit zu viel Luft in den Reifen, beschädigst du es.
Tipp: Drehe die Reifen einmal im Monat, um die Reifenposition zu ändern, bewege dein Fahrrad regelmäßig und checke dabei immer wieder den Luftdruck.
Noch besser: Vor dem Winter zum Fahrrad-Service
Wenn dein Fahrrad oder E-Bike während der Saison ordentlich Kilometer gesammelt hat, ist der Herbst oder Winter ein guter Zeitpunkt für einen Fahrrad-Service.
Eine regelmäßige Inspektion hilft dabei, Verschleiß frühzeitig zu erkennen, die Sicherheit zu gewährleisten und größere Schäden zu vermeiden.
Wichtig für Funktion und Werterhalt:
- Kette und Kassette/Ritzel: Verschleiß, Zustand und Schmierung prüfen
- Lager: Tretlager, Naben und weitere Lager auf Spiel und Verschleiß prüfen
- Schaltung: Schaltung, Schaltwerk, Schaltauge und Befestigungen kontrollieren und bei Bedarf einstellen
- Laufräder und Speichen: Speichenspannung, Rundlauf, Felgen und Befestigungen prüfen
- Reifen: Zustand, Luftdruck und Rundlauf kontrollieren
- Lenker, Vorbau und Sattel: festen Sitz, Befestigungen und mögliche Beschädigungen prüfen
- Fahrwerk: Federgabel und Dämpfer auf Funktion, Druck und Spiel prüfen und bei Bedarf warten
- E-Bike-System: Akku, Anschlüsse, Steckverbindungen, Kabel und Motor kontrollieren sowie das System auslesen
- Lichtanlage: Funktion, Befestigung und Kabel prüfen

Besonders wichtig für deine Sicherheit:
- Bremsen: Bremsbeläge, Bremsscheiben, Leitungen und Druckpunkt kontrollieren
- Rahmen und Gabel: auf Risse, Beschädigungen, Verformungen und Korrosion prüfen
- Befestigungen: unter anderem Laufräder, Lenker, Sattel, Gepäckträger und Fahrradständer auf festen Sitz prüfen
Keine Sorge, dass musst du nicht alles selber machen! Fafit24 hat dafür einen speziellen E-Bike Service:
So kannst du kleinere Probleme direkt beheben lassen, bevor sie in der nächsten Saison zu größeren Reparaturen werden. Außerdem startest du im Frühjahr direkt mit einem Fahrrad, bei dem Bremsen, Schaltung, Antrieb und Co. überprüft wurden.
Gerade bei Fahrrädern und E-Bikes, die regelmäßig und intensiv genutzt werden, kann sich ein Service ein- bis zweimal pro Jahr lohnen. Wie häufig dein Fahrrad tatsächlich zum Service sollte, hängt aber unter anderem von der Nutzung, der Laufleistung und dem Fahrradtyp ab.
2. Wo solltest du dein Fahrrad überwintern?
Der ideale Platz für dein Fahrrad im Winter ist trocken, dunkel, kühl und gut durchlüftet. Vermeide außerdem starke Temperaturschwankungen und direkte Sonneneinstrahlung. Viele Fahrräder verbringen den Winter deshalb im Keller oder in der Garage.
Achte bei der Wahl des Stellplatzes auf folgende Punkte:
- trocken und möglichst vor Feuchtigkeit geschützt
- dunkel und ohne direkte Sonneneinstrahlung
- kühl und frei von Feuchtigkeit und Rost
- gut durchlüftet, damit sich keine Feuchtigkeit staut
Wenn du keine andere Möglichkeit hast und dein Fahrrad im Freien oder an einem öffentlichen Platz überwintern muss, solltest du es möglichst gut schützen. Eine Fahrradplane oder geeignete Abdeckung schützt vor Regen, Schnee und Schmutz. Noch besser ist ein geschützter Stellplatz an einer Hauswand oder unter einem Unterstand, beispielsweise in einem Carport.
Beachte allerdings: Wird dein Fahrrad draußen gelagert, ist es stärker der Witterung ausgesetzt. Kontrolliere und pflege die Kette deshalb regelmäßig, denn Feuchtigkeit kann die Rostbildung begünstigen.
Tipp: Es gibt auch Fahrradgaragen, die du mieten kannst oder Self-Storage-Anbieter
Steht dein Fahrrad oder E-Bike über längere Zeit unbeaufsichtigt an einem öffentlichen Stellplatz, solltest du außerdem über eine passende Fahrradversicherung nachdenken. So kannst du dein Rad je nach Versicherungsschutz beispielsweise gegen Diebstahl und weitere Schäden absichern.
Du suchst noch nach dem passenden Schutz für dein Fahrrad? Wir haben die passende Versicherung von Fahrsicherung für dich.
Erfahre hier mehr dazu.

3. Worauf du beim Einlagern achten solltest
Bei der Einlagerung spielt auch die Standzeit eine wichtige Rolle. Steht dein Fahrrad über mehrere Monate auf den Reifen, kann das Material durch die dauerhafte Belastung beansprucht werden. Deshalb kann es sinnvoll sein, das Fahrrad hängend zu lagern, um die Reifen zu entlasten.
Allerdings ist das nicht zwingend notwendig, wenn deine Reifen während der gesamten Standzeit ausreichend Luftdruck haben. Eine hängende Lagerung kann trotzdem praktisch sein, da du dir dadurch regelmäßige Luftdruckkontrollen während der Winterpause sparen kannst.
4. So machst du deine Bremsen winterfest
Bei hydraulischen Scheibenbremsen wird häufig empfohlen, das Fahrrad während der Lagerung nicht dauerhaft auf den Kopf zu stellen.
Der Grund: Befinden sich bereits kleine Luftblasen im Bremssystem, können diese ihre Position verändern und nach dem Einlagern vorübergehend für einen weicheren Druckpunkt sorgen. Du solltest die Bremsfunktion nach einer solchen Lagerung vor der ersten Fahrt prüfen!
Die Bremsen musst du für die Winterpause aber nicht extra anziehen, fixieren oder demontieren. Lagere dein Fahrrad einfach möglichst normal und vermeide unnötige Veränderungen an der Bremsanlage.
Prüfe vor der ersten Fahrt den Druckpunkt und die Bremswirkung. Fühlt sich der Bremshebel plötzlich ungewöhnlich weich an oder lässt er sich deutlich weiter als gewohnt ziehen, solltest du das Fahrrad nicht fahren und die Bremse in einer Fachwerkstatt überprüfen bzw. entlüften lassen.
5. Wenn es sich um ein E-Bike handelt…
… solltest du den Akku für die Winterpause vom Fahrrad abnehmen und separat an einem trockenen Ort lagern. Für eine längere Lagerung ist ein Ladezustand von etwa 30 bis 60 Prozent ideal. So wird der Akku weder vollständig geladen noch tiefentladen.
Achte außerdem auf eine geeignete Lagertemperatur. Kühle Temperaturen sind grundsätzlich kein Problem – Bosch empfiehlt beispielsweise für die Lagerung einen Bereich von 0 bis 20 °C. Ein trockener Keller kann deshalb durchaus geeignet sein, sofern es dort nicht dauerhaft sehr kalt oder feucht ist.
Kontrolliere den Ladezustand während der Winterpause gelegentlich. Sinkt er deutlich ab, solltest du den Akku wieder auf den empfohlenen Ladestand bringen. Beachte dabei immer auch die Vorgaben des jeweiligen Akkuherstellers.
Schütze außerdem die Kontakte am Fahrrad und am Akku vor Schmutz und Feuchtigkeit. Halte sie sauber und trocken und vermeide es, sie mit feuchten Tüchern oder ungeeigneten Materialien abzudecken.
Akku bei kalten Temperaturen
Bedenke, dass du im Winter nicht dieselbe Reichweite mit deinem Akku hast, als bei wärmeren Temperaturen. Das liegt daran, dass sich der Widerstand in den Akkuzellen vergrößert und sich die Leistungsfähigkeit dadurch vermindert.
Wir kennen das Phänomen, dass der Akku im Winter nicht so lange hält, auch von Smartphones.
Wenn du nach einer kalten Winterfahrt wieder nach Hause kommst, solltest du den Akku nicht sofort aufladen, wenn er noch sehr kalt ist. Lass ihn zunächst auf eine geeignete Temperatur kommen und lade ihn anschließend bei Raumtemperatur bzw. entsprechend den Vorgaben des Herstellers. Bosch empfiehlt, den Akku vor dem Laden auf Raumtemperatur zu bringen.
Für längere Fahrten bei niedrigen Temperaturen kann eine geeignete Thermoschutzhülle für den Akku sinnvoll sein. Sie hilft dabei, den Akku während der Fahrt vor starker Auskühlung zu schützen.
Reifen oder Akku defekt?
Und sollte doch einmal ein Reifen oder Akku beschädigt sein, helfen wir dir gerne weiter. Bei uns erhältst du fachgerechte Beratung und erfährst, wie du am besten vorgehst. Natürlich bekommst du bei uns auch passende Ersatzteile für dein Fahrrad oder E-Bike.
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