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Veröffentlicht in Allgemein
Veröffentlicht am 28. September 202628. September 2026
Von Lisa Motoc

Federgabel und Dämpfer richtig einstellen: Das perfekte Setup für Fahrrad / E-Bike!

Das beste Bike bringt wenig, wenn das Fahrwerk falsch eingestellt ist!

Eine Federgabel und ein Dämpfer sollen Unebenheiten ausgleichen und dafür sorgen, dass dein Fahrrad oder E-Bike auch auf anspruchsvollen Strecken sicher und kontrolliert bleibt.
Zu hart, zu weich, zu langsam oder zu schnell – schon kleine Änderungen können das Fahrverhalten deutlich beeinflussen.

Doch wie viel Luftdruck ist richtig? Welcher SAG sollte eingestellt werden und was macht eigentlich die Zug- oder Druckstufe? FaFit24 klärt dich auf!


Fahrwerks-Setup für Fahrräder / E-Bikes im Detail:

  1. Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt
  2. Mountainbike Fahrwerk richtig einstellen
    2.1 Vorbereitung deines E-/Bikes
    2.2 Richtigen Luftdruck ermitteln
    2.3 Zugstufe einstellen
    2.4 Druckstufe einstellen
    2.5 High-/Low–Speed-Druckstufe
Cube TWO15 SLX Downhill-Mountainbike in der Farbe „deepteal´n´clouds“

1. Wichtigste Begriffe kurz erklärt

Bevor du mit dem Einstellen von Federgabel und Dämpfer beginnst, solltest du die wichtigsten Begriffe kennen. So bekommst du einen Überblick, welche Funktion die einzelnen Einstellungen haben!

Luftdruck

Der Luftdruck bestimmt bei einem Luftfahrwerk maßgeblich, wie hart oder weich Federgabel und Dämpfer arbeiten. Ein höherer Luftdruck sorgt für ein strafferes Fahrwerk und mehr Unterstützung, während ein niedrigerer Luftdruck das Fahrwerk weicher und komfortabler macht.

Zugstufe/Rebound

Die Zugstufe bestimmt, wie schnell Federgabel oder Dämpfer nach dem Einfedern wieder ausfedern.
Ist diese zu schnell eingestellt, kann sich das Fahrrad unruhig anfühlen. Bei einer zu langsamen Einstellung federt das Fahrwerk nach Unebenheiten zu träge zurück und kann bei aufeinanderfolgenden Schlägen zunehmend absacken.

Druckstufe/Compression

Die Druckstufe beeinflusst, wie stark sich Federgabel oder Dämpfer beim Einfedern gegen die Bewegung wehren. Eine stärkere Druckstufe sorgt für mehr Unterstützung und kann beispielsweise beim Bremsen, in Kurven oder bei starken Belastungen hilfreich sein.

Eine zu hohe Druckstufe kann das Fahrwerk allerdings unnötig hart machen und den Komfort sowie die Traktion verringern.

SAG

SAG steht für „Sag“ (Static Sag) und beschreibt, wie weit das Fahrwerk allein durch dein Körpergewicht einfedert.


2. Fahrwerk richtig einstellen

Die Arbeitsschritte für das perfekte Fahrwerks-Setup bleiben grundsätzlich immer gleich – ganz egal, ob du ein Downhill-Bike oder ein Cross-Country-Fahrrad fährst.

2.1 Vorbereitung deines E-/Bikes

Schritt 1:

Alle Lockout-Funktionen lösen!

i
Die meisten Lockout– bzw. Plattform-Funktionen werden über einen Hebel direkt an der Gabel oder am Dämpfer bedient. Alternativ kann sich die Steuerung auch über einen separaten Hebel am Lenker befinden.
RockShox Deluxe Ultimate Dämpfer
Einstellhebel am Dämpfer
Lyrik Ultimate
Einstellrad an der Federgabel

Schritt 2:


Zug und Druckstufen komplett öffnen!

↻
Drehe die Einstellräder im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag.



2.2 Richtigen Luftdruck ermitteln

Die Einstellung solltest du immer im fahrfertigen Zustand vornehmen. Fährst du beispielsweise regelmäßig mit einem schweren Rucksack, solltest du diesen bei der Messung ebenfalls tragen.

Fahrwerk am Mountainbike richtig einstellen
Bild: KI-generiert
So ermittelst du den richtigen SAG-Wert
1
Stelle dich auf das Fahrrad.
2
Halte dich an einer Wand fest.
3
Positioniere dich mittig über dem Bike.
4
Schiebe die Gummiringe bis an die Abstreifdichtung.
5
Steige langsam ab, ohne die Federelemente zu belasten.

Jetzt kannst du den Luftdruck anhand der Position deiner Gummiringe (O-Ring) ablesen:

O-Ring als Sag-Indikator (Negativfederweg) auf dem Kolben eines Mountainbike-Luftdämpfers
O-Ring an Tauchrohr

Als Richtwert gilt:
Federgabel:
ca. 20–25 % SAG
Dämpfer: ca. 25–30 % SAG

Tipp
FOX-Federelemente
besitzen in der Regel keine aufgedruckte SAG-Anzeige am Standrohr!
Du musst also selbst nachmessen und das Verhältnis zum Gesamtfederweg ausrechen.

Verschlusskappe des Luftventil einer Fahrradgabel
Luftventil mit Verschlusskappe

Über 30 %: Luft nachpumpen
Unter 20 %: Luft ablassen

Um an das Ventil zu gelangen schraubst du die Verschlusskappe deiner Gabel oder des Dämpfers ab

Für die Einstellung benötigst du eine Dämpferpumpe. Beim Ablassen der Luft solltest du zunächst nur etwa 10 PSI reduzieren und anschließend erneut messen. So kannst du dich schrittweise an den gewünschten Wert herantasten.

Vorgang zum Aufpumpen und Einrichten der Luftfeder eines RockShox Vivid Air Dämpfers an einem Specialized-Fahrrad
Aufpumpen per Dämpferpumpe

Du hast keine Dämpferpumpe? Kein Problem Fafit24 hat alles an Fahrradzubehör!

Zu den Dämpferpumpen
So überprüfst du deine SAG-Einstellung
1
Stelle dich auf das Fahrrad.
2
Positioniere dich mittig über dem Bike.
3
Wippe das Fahrrad einige Male, damit sich der Luftdruck zwischen der positiven und negativen Luftkammer ausgleichen kann.
4
Schiebe die Gummiringe bis an die Abstreifdichtung.
5
Steige langsam ab, ohne die Federelemente zu belasten.
Fahrwerk-Einstellung überprüfen
Bild: KI-generiert

Jetzt sollte im Idealfall alles passen!
Sollte der Wert noch nicht stimmen, wiederhole den Vorgang, bis du den gewünschten SAG erreicht hast.

Tipp
Die Hersteller geben in der Regel eine Luftdruckempfehlung an. Diese dient jedoch eher als Orientierungshilfe – entscheidend ist letztendlich der SAG-Wert.

Je nach Mountainbike-Typ und Einsatzbereich kann der optimale SAG variieren:
Enduro/Downhill: etwa 30 % SAG an der Gabel und ca. 30–35 % am Hinterbau

Marathon-Fullys/Cross Country: eher straff abgestimmt ca. 20% SAG


2.3 Zugstufe einstellen

Die Zugstufe wird bei vielen Federelementen über ein Drehrad eingestellt:

Drehrad einer Federgabel
Drehrad eines Dämpfers

Federgabel

  • Komprimiere die Gabel im Stand so weit es geht
  • Lasse die Gabel anschließend ausfedern

Hebt der Reifen dabei vom Boden ab, ist die Zugstufe zu schnell eingestellt.
Stelle die Zugstufe so ein, dass der Reifen beim Ausfedern gerade noch den Bodenkontakt behält.

Gehe dabei nach dem Prinzip vor:
So schnell wie möglich und so langsam wie nötig

Dämpfer

Auch beim Dämpfer sollte die Zugstufe so eingestellt sein, dass der Hinterreifen beim Ausfedern des Hinterbaus den Bodenkontakt nicht verliert.


2.4 Druckstufe einstellen

Die Druckstufe lässt sich je nach Federelement individuell einstellen.
Viele Federgabeln haben ein stufenverstellbares Compression–Einstellrad:

Federgabelel mit stufenverstellbarem Compression-Einstellrad
Compression-Einstellrad (hier: links)


Mountainbike auf einem Trail
1
Starte mit der 50-%-Einstellung:
Drehe die Druckstufe zunächst vollständig auf. Schließe sie anschließend etwa zur Hälfte der verfügbaren Klicks wieder. So hast du eine gute Ausgangsbasis für die weitere Abstimmung.
2
Mache eine Testfahrt:
Fahre einen dir bekannten, kurzen Trailabschnitt. Kleine Hindernisse, Wurzeln oder eine stärkere Bremsung eignen sich besonders gut, um das Verhalten des Fahrwerks zu beurteilen.
3
Stimme die Druckstufe nach Gefühl ab:

Das Fahrwerk sackt beim Anbremsen oder in Kurven zu schnell ein:
Drehe die Druckstufe 1–2 Klicks im Uhrzeigersinn zu, um die Dämpfung zu erhöhen.

Das Fahrwerk fühlt sich auf kleinen Schlägen zu hart oder unsensibel an:
Drehe die Druckstufe einige Klicks auf, damit das Fahrwerk sensibler reagiert.

Tipp
Tipp
Verändere immer nur wenige Klicks auf einmal und fahre anschließend dieselbe Strecke erneut. So kannst du die Auswirkungen der Einstellung besser beurteilen.

2.4.1 High-/Low-Speed-Druckstufe

Bei einigen Modellen steht zusätzlich eine High-/Low-Speed-Druckstufe zur Verfügung.

Einstellrad der Druckstufen

High-Speed-Druckstufe

Die High-Speed-Druckstufe (HSC) beeinflusst das Fahrwerk bei sehr schnellen Einfederbewegungen.

Typische Situationen sind:

  • Wurzelfelder
  • schnell aufeinanderfolgende Steine
  • harte Kanten
  • harte Landungen
  • schnelle Schläge bei hohem Tempo

Das Fahrwerk schlägt durch?

Wenn das Fahrwerk bei harten Schlägen oder Landungen zu stark durch den Federweg geht, kann mehr High-Speed-Druckstufe für zusätzlichen Support sorgen.

→ Druckstufe erhöhen (+)

Das Fahrwerk fühlt sich zu hart an?

Wenn das Bike bei schnellen Schlägen unkomfortabel wird und schlecht über Wurzeln und Steine hinwegrollt, kann die High-Speed-Druckstufe zu straff eingestellt sein.

→ Druckstufe reduzieren (–)

Low-Speed-Druckstufe

Die Low-Speed-Druckstufe (LSC) wirkt vor allem bei langsamen Einfederbewegungen. „Low Speed“ bedeutet dabei nicht, dass du langsam fahren musst. Es geht um die Geschwindigkeit, mit der sich das Fahrwerk bewegt.

Sie beeinflusst beispielsweise:

  • Veränderungen der Körperposition
  • Anliegerkurven
  • Absprünge
  • langsame Fahrwerksbewegungen

Mehr Low-Speed-Druckstufe gibt dem Fahrwerk mehr Support.

Mehr Support gewünscht?

Zum Beispiel, wenn du in Anliegerkurven mehr Druck aufbauen möchtest oder das Bike beim Absprung stärker unterstützt werden soll:

→ Low-Speed-Druckstufe erhöhen (+)

Das Fahrwerk soll sensibler reagieren?

Wenn sich das Bike zu straff anfühlt oder kleine Bewegungen nicht sauber aufnimmt:

→ Low-Speed-Druckstufe reduzieren (–)


Federgabel einstellen
1
Druckstufe komplett herausdrehen
Starte mit vollständig geöffneter Druckstufe, damit die Gabel möglichst frei und weich arbeitet.
2
Schrittweise hineindrehen
Fahre deine Teststrecke und erhöhe die Druckstufe in kleinen Schritten, bis die Gabel genügend Support bietet.
Dämpfer einstellen
1
Low-Speed-Druckstufe komplett öffnen
Drehe die Low-Speed-Druckstufe zunächst komplett heraus.
2
Etwa ein Drittel hineindrehen
Drehe die Low-Speed-Druckstufe anschließend ungefähr ein Drittel hinein und taste dich von dort an die passende Einstellung heran.
Wichtig!
Der Dämpfer sollte mit der Gabel harmonieren. Ist der Dämpfer sehr schnell abgestimmt, während die Gabel deutlich langsamer arbeitet, kann sich das Fahrwerk unausgewogen anfühlen.


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